LPA Schwein - Dornburg

Die Leistungsprüfanstalt Schwein der Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgut GmbH Buttelstedt befindet sich in Dornburg, unweit von Jena.

Im Auftrag des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz sowie des Mitteldeutschen Schweinzuchtverbandes e.V., führt die Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgut GmbH die kombinierte Geschwister- / Nachkommenschaftsprüfung sowie die Eigenleistungsprüfung von Mutterrassenebern durch.

Die Prüfanstalt hat eine Kapazität von ca. 400-600 Jungebern pro Jahr in der Eigenleistungsprüfung und 600-700 Prüftieren in der kombinierte Geschwister- / Nachkommenschaftsprüfung.

Im Jahre 2014 wurde die Leistungsprüfung Schwein eingestellt.

Prüfziele

Ziel sind die Ermittlung von Zuchtwerten auf dem Gebiet der Mast- und Schlachtleistung sowie die Selektion der besten Vatertiere zur Sicherung von Zuchtfortschritten.

Rassen

In den Prüfungen sind unter anderem Vertreter Deutsche Landrasse, Deutsches Edelschwein, Leicoma und Duroc anzutreffen.

Prüfmethodik

Geschwister- / Nachkommenschaftsprüfung auf Fleischleistung

Prüfbeginn und Prüfende sind masse- und zeitabhängig und bewegen sich in einem Rahmen von 30 bis 105 kg Lebendmasse nach 80 Prüftagen. Die Prüfgruppen bestehen jeweils aus zwei gleichgeschlechtlichen Tieren.

Im Verlaufe der Prüfung werden typische Leistungsmerkmale zu unterschiedlichen Bereichen erhoben:

Mastleistung

  • Prüftagszunahme
  • Futteraufwand
  • Futteraufnahme

Schlachtleistung

  • innere Länge
  • Fleischanteil am Schlachtkörper
  • Fleischanteil am Bauch
  • Fleisch- und Fettfläche am Kotelettmuskel
  • Rücken- und Seitspeckdicke
  • Schinkenanteil

Fleischqualität

  • pH-Wert
  • Farbe und Leitfähigkeit im Kotelett und Schinken
  • Intramuskulärer Fettgehalt im Kotelett

Die Ermittlung des Schlachtkörperwertes erfolgt an der rechten Hälfte nach einer Abkühlzeit von mindestens 12 Stunden im Schlachthof.

Eigenleistungsprüfung von Jungebern

Prüfbeginn und Prüfende sind masse- und zeitabhängig und bewegen sich in einem Rahmen von 30 bis 115 kg Lebendmasse nach 80 Prüftagen.

Innerhalb der Eigenleistungsprüfung werden folgende Prüfmerkmale der Jungeber erhoben:

  • Prüftagszunahme
  • Futteraufwand
  • Futteraufnahme
  • Speck- und Muskeldicke
  • Magerfleischanteil

Der potenzielle Schlachtkörperwert der geprüften Jungeber wird mittels Hilfsmerkmalen über das Ultraschallverfahren erfasst.

Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgt über die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. Diese veröffentlicht dann die Versuchsergebnisse in und Zuchtwerte in geeigneter Form.

Haltungsverfahren

Babyferkel

Die Haltung der Babyferkel erfolgt in klimatisierten Flat Decks mit Vollspaltenboden. Hier stehen den Tieren beheizte Liegeflächen zur Verfügung. Die Entmistung erfolgt über eine Rohrentmistung und Güllewanne. Mittels manueller Vorratsfütterung erfolgt die Versorgung der Tiere.

Prüfabteile

Die Prüfabteile sind mit Teilspaltenböden, Rohrentmistung und beheizten Liegeflächen ausgerüstet. Hier stehen jedem Tier 1,2 m² Liegefläche zur Verfügung. Die Klimatisierung erfolgt mittels Unterdrucklüftung und Rieselmatten. Über eine ad libitum –Abruffütterung erfolgt eine tierindividuelle Erfassung des Futterverzehrs pro Mahlzeit, Prüftag und Prüfabschnitt. Zur Absicherung einer eindeutigen Tieridentifikation und der Beibehaltung der sozialen Wechselwirkungen zwischen den Tieren während der Futteraufnahme sind kurze Trenngitter verbaut worden. Höhenverstellbare Selbsttränken gewährleisten die Versorgung der Tiere mit ausreichend Wasser.

Prüfkapazität

Auf Basis der Gegebenheiten vor Ort und des Bewirtschaftungsregimes, ergeben sich folgende Prüfkapazitäten für die Leistungsprüfanstalt:

  • Babyferkel: 3 Räume mit je vier 12er-Buchten = 144 Plätze
  • Prüfabteile: 6 Räume mit je acht 10-12er –Abteilen = 576 Plätze
  • Prüfumfang: pro Jahr ca. 2,2 Umschläge = 1100 Tiere