2. Thüringer Sojatag

September 2014, Buttelstedt

Zahlreiche Interessierte suchten am 03. September 2014 den Weg nach Buttelstedt in die Thüringer Lehr, Prüf- und Versuchsgut GmbH.   

Ziel war der 2. Thüringer Sojatag, welcher gemeinsam von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) und der Thüringer Lehr-, Prüf- und Versuchsgut GmbH (TLPVG) im Rah-men des vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderten „Demonstrationsnetzwerkes Sojabohnen“ organisiert wurde.  Als sogenannter „Leuchtturmbetrieb“ in selbigem Netzwerk, lud das TLPVG alle interessierten Gäste ein, gemeinsam die Fragen des Anbaus und der regionalen Nutzung von Sojabohnen zu diskutieren. 

Dr. Armin Vetter, stellvertretender Präsident der TLL eröffnete die Veranstaltung und verdeutlichte die Bedeutung des Anbaus von Körnerleguminosen in Hinblick auf die Biodiversität, die Verwendungsmöglichkeiten in  der  Nutztierfütterung sowie die Optionen zur Umsetzung der Greening-Anforderungen in der neuen GAP der Europäischen Union.  Die Sojabohne nehme aufgrund der weltweiten Züchtungsaktivitäten hierbei einen attraktiven Stellenwert ein. 

Möglichkeiten zur Verwendung selbst angebauter Leguminosen, erläuterte Hans-Dieter Zacher vom TLPVG anhand der Milchkuhfütterung im Unternehmen.  Seit Bestehen des Betriebes werden im TLPVG Leguminosen zu Fütterungszwecken angebaut.  In seinen Ausführungen zeigte er die Möglichkeiten des Einsatzes von thermisch behandelten Erbsen, Ackerbohnen und Sojabohnen auf und wies auf Unterschiede in der Nutzbarkeit des Opticon-Verfahrens und des HTS-Toastens für die verschiedenen Leguminosen hin. 

Dr. Sven Reimann (TLPVG) zeigte Erfahrungen zum Anbau von Sojabohnen im TLPVG auf und verdeutlichte, welche Maßnahmen aus Sicht des Betriebes unumgänglich sind, um erfolgreich Sojabohnen von der Aussaat bis zur Ernte unter den hiesigen Bedingungen anzubauen. Neben Fragen der Sortenwahl, der Bodenbearbeitung wurden auch Themen wie Beimpfung des Saatgutes, mögliche Düngungsmaßnahmen, Optionen des Pflanzenschutzes bis hin zum Mähdrusch der Kultur angesprochen. 

Im Anschluss griff Dr. Ulrich Abraham von der Börde-Kraftkorn-Service GmbH in Gröningen, das Thema Verarbeitung nochmals intensiv auf und erläuterte das Verfahren des HTS-Toastens von großkörnigen Leguminosen, das seit über 10 Jahren im Unternehmen erfolgreich angewandt wird. Hierbei wird im Hochtemperatur-Kurzzeit-Verfahren Futter sowohl gutart- als auch tierspezifisch aufgearbeitet.  Sowohl für den Einsatz bei Monogastriden, wo das Toasten der Sojabohnen essentiell ist, als auch für die Verfütterung an Hochleistungskühe konnte der Vorteil des Verfahrens aufgezeigt werden, der in der Erhöhung von pansenstabilem Rohprotein zu sehen ist. 

Das „Soja-Netzwerk“ als Verbundvorhaben, ist ein Teil der aktuellen Eiweißstrategie des Bundes.  Sabine Wölfel von der TLL erläuterte den Anwesenden, dass das Ziel des Netzwerkes vor allem in der Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Sojabohnen in Deutschland liegt.  Demonstrationsbetriebe, auf denen aktuelle Forschungsergebnisse umgesetzt und Praxisdaten erhoben werden, stellen einen wichtigen Bestandteil des Projektes dar. Feldtage, Seminare und/oder Vortragsveranstaltungen sollen hierbei dem Wissens-austausch zwischen Wissenschaft, Beratung und Praxis dienen. 

Wie auch in den Jahren zuvor, stehen im TLPVG verschiedene Sojasorten in Demoparzellen im Feld.  Andreas Kröckel (TLPVG) stellte in seinen Ausführungen die agrotechnischen Maßnahmen des Anbaus sowie die Sorten vor.  Einige der Sorten zeigen gegenwärtig ein vielversprechendes Bild.  Als nicht zufriedenstellend wurden die teilweise großen Unterschiede zwischen angegebener Keimfähigkeit und tatsächlichem Feldaufgang genannt. 

Katrin Ewert (TLL) widmete sich in ihren Ausführungen der Unkrautbekämpfung im Sojaanbau, einem gegenwärtigen Knackpunkt im Produktionsverfahren. Sie zeigte nochmals vorhandene Möglichkeiten zur Unkrautregulierung anhand zugelassener Präparate im Vorauflauf- als auch im Nachauflaufverfahren auf – wies jedoch auch auf eventuelle Wirkungslücken der Mittel in diesem Zusammenhang hin. Nähere Informationen hierzu hat die TLL auch in ihrer Broschüre „Pflanzenschutz im Ackerbau und Grünland“ niedergeschrieben. 

Nadine Ritter (Landwirtschaftsamt Sömmerda) konnte anhand von zweijährigen Herbizidversuchen über konkrete Erfahrungen mit zugelassenen, wie auch potenziellen neuen Mitteln berichten.  Auf Grundlage der Boniturergebnisse und Beobachtungen konnten klare Vergleiche zur Leistungsfähigkeit der Mittel sowie Verfahrensansätze aufgezeigt werden. 

Im Anschluss nutzten die Teilnehmer noch die Möglichkeit die ausgestellte Technik, welche im TLPVG beim Sojaanbau zum Einsatz kommt in Augenschein zu nehmen und individuell sich über Erfahrungen beim Anbau der Sojabohne auszutauschen.

Zudem wurde in diesem Zusammenhang den Interessierten ein speziell für den Sojabohnendrusch konzipiertes Flexschneidwerk gezeigt.

 

FAZIT: Die Sojabohne ist in Thüringen derzeit eine Nischenkultur. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, das heißt Standort, Klima, Sorte, Verwertung und Politik, dann kann sich die Sojaanbaufläche in Thüringen durchaus vergrößern.